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21.07.2013 / Das Sonnenbrille-Kopfhörer-Syndrom …

Die Welt ist ein unwahrscheinlich schönes Bilderkarussell – vor allem dort, wo der Mensch seinen Einfluss begrenzt hat und die Natur freien Lauf in ihrer Entwicklung beibehält. Prächtige Farben in allen Schattierungen erfreuen unsere Augen und das desto mehr, wenn die Sonne scheint. Das grüne Glitzern der Chlorophyll in den Pflanzenblätter, wenn sie von Sonnenstrahlen berührt und vom Licht durchdrungen werden, ist ein unvergleichlich schönes Spektakel der Natur, das durch keine künstliche Beleuchtung erreicht werden kann. Und dann das Schimmern der Libellenflügeln über die Spiegelung im Wasser des Baches, die Farbentänze der Schmetterlinge auf der Blumenwiese, das Dunkelgrün des Nadelwaldes, oder das Weiß des Schnees und der Gletscher unter dem blauen Himmel , um nur sehr wenige, fast allen Menschen bekannten und prägenden Symbolbilder der Natur zu erwähnen.

Auch sonst ist all das, was uns umgibt, eine einzigartige Chance die Sinnen mit unterschiedlichsten Reizzusammenstellungen zu verwöhnen – eine unwiederholbare Chance zur unmittelbaren Sinnes-Wahrnehmung. So sind nicht nur unsere Augen von der Lichtgestaltung geschmeichelt, sondern auch unsere Ohren von den Geräuschen des Lebens durchdrungen – vom Leben das überall kriecht, streift, fliegt, summt und singt, pfeift und keucht was das Zeugt hält. Das Leben ist überall und wir Menschen sind integraler Anteil darin.

So gehe ich auf die Straße und durch den Wald und beobachte, dass sehr viele Menschen anscheinend das alles Schöne, was uns tagtäglich geschenkt wird, weder sehen, noch hören möchten. Sie ziehen es vor in wunderbaren sonnigen Tagen das Licht durch Sonnenbrillen zu filtern und zu verdunkeln und die Geräusche des Lebens durch das Tragen von Kopfhörern komplett auszublenden.

Ich frage mich warum das so ist? Warum versperren sich viele von uns von dem was um uns herum passiert? Warum wollen wir, außer unserer imaginären „heile Welt“, nichts mehr sehen und hören? So kommt es  mir vor, dass wir versuchen uns von der Welt „da draußen“ mit Sonnenbrillen und Kopfhörern abzuschotten.

Warum machen wir das? Wer und was hat uns gelehrt, dass es für uns gut wäre, wenn wir unsere Augen dem Sonnenlicht entziehen? Wer und was hat ein Interesse daran, dass wir Menschen, statt dem Herz des Lebens – der Natur – zu zuhören, uns besser mit immer wieder dieselben Tönen dröhnen sollen? Und das manchmal so laut, dass es sogar den Menschen in unserer unmittelbaren Nähe die Ohren weh tun. Warum tun wir unseren Ohren das an?

Aus meiner eigenen Erfahrung weiße ich, dass das, was ich nicht trainiere, was ich nicht in der ganzen gebotenen Vielfalt verwende, eher früher als später verkümmert. Sei es meine Muskulatur, mein Verstand, oder meine Augen und Ohren … Die alten Chinesen rieten in die Abendsonne zu blinzeln – so, sagten sie, bleiben die Augen jung bis im hohen Alter. Aktuell es ist auch schulmedizinisch bestätigt, dass der Sehsinn, um gesund zu bleiben, einen dynamischen Wechsel von Hell- und Dunkelphasen benötigt, wie ihn die Natur mit vielfältigen Licht- und Schatten bietet (Naturarzt, 6/2013) – mit anderen Worten, dass je mehr Farben- und Schattenwechsel unser Auge empfängt, desto mehr trainieren wir unsere Augen und sorgen dafür, dass sie fit bleiben.

Eine Sonnenbrille dagegen dämpft bekanntlich das Wechselspiel des natürlichen Lichts so sehr, dass beim ständigen Tragen die Zäpfchen des Auges ihr Training einfach verlieren und verkümmern können – das Effekt ist mit dem Starren auf dem Computerbildschirm vergleichbar. Warum dann Sonnenbrille? Geht es uns hier vielleicht nur um „cool“ aussehen? Um das entsprechen eines willkürlich gesetzten Mode-Maßstabes? Oder hat vielleicht sogar jemand ein Interesse daran, dass unsere Augen schlechter werden? Wer soll das sein? Wer hat einen Vorteil davon?

Musik laut hören ist fürs Tanzen ganz gut und es macht Spaß im Gewirr einer Feier mit lauter Musik sich mal zu entspannen. Aber das stete laute Hören von Musik mit den Kopfhörern kann auf Zeit zu einer gravierenden Verschlechterung der Hörorgane führen, das unumkehrbar ist. Dabei ist die Hör-Wahrnehmung, neben dem Sehen, die wichtigste Informationsquelle über unsere Umwelt – wir basteln unser Weltbild zum größten Teil aus Bilder die wir „sehen und hören“, denn auch das was wir hören wird in unserem Gehirn zu einem Bild zusammengefügt, ein Bild aus Erinnerungen die mit dem jeweiligen Gehörtem zusammen gespeichert wurde. So ist auch zu erklären, warum wir lieber mit Kopfhörern auf den Ohren laufen, statt das wahrzunehmen, was „da draußen“ passiert – wir „sehen“ und „leben“ dadurch innerlich in einer Welt die aus Bilder zusammengesetzt wurde, die wir mit den jeweilig gehörten assoziieren.

Nun, diese Welt ist jedoch imaginär – eine Phantasiewelt in der die meisten dafür verwendeten Bilder nicht aus unsere unmittelbare Erfahrung stammen, sondern uns durch das Fernsehen und im Internet erreicht haben. Kann es sein, dass die Welt „da draußen“, die meist anders und weit entfernt von unserer imaginären Welt ist, uns so unangenehm geworden ist, dass wir ihr einfach nur entfliehen wollen? Dass wir deswegen uns von dem was wir tatsächlich erleben und selbst gestallten mit Sonnenbrillen und Kopfhörern versperren und es nicht mehr wahr haben wollen?

Wer, frage ich mich, hat ein Interesse daran, dass wir in Phantasiewelten entfliehen, statt das, was wir tatsächlich leben, bewusst wahrzunehmen, uns Fragen zu stellen und uns womöglich zu entscheiden das, was uns nicht genehm ist, zu verändern ?

07.07.2013 / Wie ein Wasserstrudel in einem Fluss …

In seinen Gedanken über das, was Ist, wählt David Bohm für das Dasein von allgemein als vermeintlich „selbständige“ Entitäten wahrgenommenen Energiefelder (Dinge und Lebewesen, ob sich bewusst oder unbewusst), das Bild eines Wasserstrudels in einem Fluss.

Der Wasserstrudel erscheint dem Beobachter wie eine vermeintlich „getrennte“ Struktur zu sein, die eine „eigene“ Bewegung nach einer „eigenen“ Ordnung ausführt und somit ein in dem Fluss „eigenes“ Dasein führt.

Jedoch, zwischen dem Wasserstrudel und dem Fluss gibt es keine erkennbare Trennung: der Wasserstrudel entsteht aus dem Wasser des Flusses, besteht nur aus dem Wasser des Flusses und löst sich letztendlich wieder ins Wasser des Flusses auf.

Dabei formiert sich der Wasserstrudel nicht aus „eigener Entscheidung“, sondern wird von den Umständen in dem jeweiligen Fluss-Kontext hervorgebracht: solange diese Umstände bestehen, solange existiert auch der Wasserstrudel. Verändert sich der Kontext, dann verändert sich auch der Wasserstrudel bis zu seiner vollständigen Auflösung.

Bemerkenswert an diesem Bild ist, dass der Wasserstrudel keinen Einfluss auf dem Kontext seiner Entstehung hat: er kann nicht alleine bestimmen ob, wann, wie und wie lange er existiert – die Ordnungsebene des Kontextes ist ein Rang höher als die seiner eigenen Existenz – das einzige was dem Wasserstrudel bleibt ist sich dem Fluss in Demut und Vertrauen hinzugeben … Nach seiner Auflösung bleiben im Fluss keine Spuren, die an das spezielle Dasein des vergangenen Wasserstrudels wahrnehmbar erinnern würden – doch, er hat während seiner Lebensspanne das Dasein des Flusses, aus dem er entstand, beeinflusst und dem Weiterfließen allen Wassers mit seinem Wirken maßgeblich geholfen.

David Joseph Bohm (1917-1992) war ein US-amerikanischer Quantenphysiker und Philosoph. Bohm hat eine Reihe signifikanter Beiträge zur Physik geliefert, insbesondere im Bereich der Vielteilchentheorie und der Grundlagen der Quantenmechanik. (Quelle: Wikipedia).

Eines der meist bekannten Bücher David Bohms ist „Der Dialog: Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen“ (Klett-Cotta, Deutsch, ISBN-10: 3608945539, ISBN-13: 978-3608945539).

01.06.2013 / Die Auflösung des Welt-Bildes und die Managementaufgaben

Ist es tatsächlich wahr, dass Menschen in sogenannten „höheren Leitungsfunktionen“ klügere  und fähigere Menschen sind? Oder hängt dies damit zusammen, dass die Individuen in „Führungspositionen“ sich nur mit einer bestimmten Auflösung des Welt-Bildes wirklich auseinander setzen müssen (und vielleicht mit Absicht auch nur  wollen)? Gibt es tatsächlich eine objektive  Wichtigkeitsskala für die Aspekte die unser Leben beeinflussen, die besagt was „wichtig“ ist und was nicht? Und ist es tatsächlich so, dass das Treffen von Entscheidungen in als „wichtig“ erachteten Aspekte „besondere“ Fähigkeiten voraussetzen, die angeblich nur einer „Elite“ vorbehalten sind?

Ich nehme mal an, dass ein jeder Mensch nicht jede beliebige Menge, sondern nur eine relativ stark begrenzte Anzahl Informationen und Komplexitätsmustern wahrnehmen und verarbeiten kann. Folglich würde ein Mensch, der wirklich als einziger  Entscheidungen treffen müsste, wovon das (Über)Leben und Wohlbefinden vielen anderen Menschen abhängig wäre, allein durch die Menge an Informationen die er alleine  verarbeiten müsste (wenn er alle Aspekte berücksichtigen wollen würde), prinzipiell und faktisch vollkommen überfordert.

Im Umkehrschluss, kann der Komplexitätsgrad von Aufgaben jeglicher Art prinzipiell durch die Aufteilung in Teil-Aufgaben sinnvoll reduziert werden, sodass diese von mehreren Menschen „überblickt“ und „erfolgreich ausgeführt“ werden können – Bedingung dafür ist allerdings eine bewusst  organisierte und gemeinsame  Zusammenarbeit.

Zum Beispiel: Wenn (angenommen) jeder Mensch 5 Themenkomplexe (TK) bewältigen kann, dann wäre eine Aufgabe mit z. B. 20 Themenkomplexe von einem Team von 5 Menschen nach der Formel: 4 x 5TK + 1 x 4TK (siehe Abbildung) sinnvoll handelbar. Das bedeutet, dass für je 5 Themenkomplexe jeweils ein Mensch notwendig wäre – also 4 – und noch einen, der 5., der den Überblick über die 4 Themenkomplexe-Komplexe behalten muss. In diesem Zusammenhang wäre der 5. jedoch mit nichts „besser“ als die anderen 4, da die Auflösung des von ihm wahrgenommenen Welt-Bildes um ein Faktor schlechter wäre als die der anderen 4. Somit dürfte er auch nicht alleine Entscheidungen treffen, sondern nur zusammen und gemeinsam mit den anderen 4 Beteiligten – er wäre nicht „der Chef“, sondern der Manager der Ebene „2“, wobei seine Kollegen Manager der Ebene „1“ wären – dabei sind die Ebenen gleichwertig und gleich notwendig  für die erfolgreiche Ausführung der Aufgabe.

 

Dieser Betrachtungsweise eröffnet Fragen bezüglich der aktuell verwendeten Führungsmodelle, in den je „höher“ die Managementebene, desto größer der Lohn/das Gehalt des Managers berechnet wird. Begründung dafür ist, dass je höher die Managementebene, desto größer die „übernommene Verantwortung“ und das  „Risiko“  mit den Entscheidungen getroffen werden müssen.

Jedoch, je höher die Managementebene, desto unscharfer (grobkörniger) die Auflösung des Welt-Bildes aufgrund dessen der Manager seine Entscheidungen im Alleingang treffen muss – mit anderen Worte: der Alleinentscheidende hat gar nicht die Möglichkeit all das wahrzunehmen, das notwendig wäre, um bei den getroffenen Entscheidungen das Risiko wirklich zu minimieren. Er ist stets auf die Menschen angewiesen, die ihm die notwendige Detailinformationen in so einer Form liefern, die ihm eine Verarbeitung ermöglicht. Die einzige wirkliche Möglichkeit des Risikominimierens ist die Miteinbeziehung aller Beteiligten in die Entscheidungsfindung.

Daraus ergibt sich zwingend, dass ein höheres Gehalt auf einer höhere Managementebene grundsätzlich nicht durch die EntscheidungsFÄHIGKEIT des Managers gerechtfertigt sein kann und ist, sondern vielmehr ein künstlich erschaffenes Machtkonstrukt/-Instrument darstellt, um die Entscheidungsmacht an bestimmten, nicht dem Bedarf-Wirtschaften dienlichen Grundsätze, zu bedingen und somit einem engen elitären Kreis vorzubehalten.

In diesem Zusammenhang erscheint mir der Versuch, als einziger Mensch (oder elitäre Minderheit) im Alleingang Entscheidungen für andere/alle Menschen treffen zu wollen, als extremst hochmutig und die Behauptung dafür „berechtigt/befähigt“ zu sein und sogar es „schaffen“ zu können grenzt für mich, in Anbetracht des heutigen sozialen Entwicklungsstandes der Menschheit, an vorsätzliche Täuschung.

In meinem Empfinden können (und sollen), heute schon, aktuelle Organisationsstrukturen ohne große Schwierigkeiten unter Verwendung gemeinschaftlichen Prinzipien weiter betrieben werden – dabei darf jedoch die EntscheidungsMACHT nicht mehr von der jeweiligen „Managementebene“ abhängig unterschiedlich sein, sonder in partizipativer Form, durch einen innig gelebten Dialog ausgeübt werden. Ich empfinde das Management und die Führung als eine Team-Aufgabe, in der jede/r Beteiligte/r seinen Anteil an Input und Fähigkeiten hingeben und auch seinen Anteil an Verantwortung für das eingegangene Risiko übernehmen und tragen muss. Wer mit-entscheiden darf, der trägt gerne auch das Risiko und die Konsequenzen mit.

Ganz nebenbei, da jeder der Beteiligten seinen gleichen Anteil an Risikoübernahme trägt, besteht natürlich auch keine „Notwendigkeit“ mehr, die übernommene „alleinige Verantwortung“ durch ein ungleich hohes Einkommensniveau und ungerechtfertigte Privilegien zu „belohnen“. Durch eine gleich hohe wirtschaftliche und bedarfsgerechte Anerkennung werden die Menschen nicht „alle gleich“, sondern in ihre einzigartige Unterschiedlichkeit als gleichwertig anerkannt und wertgeschätzt.

Meiner persönlichen Ansicht nach, wenn die jeweils beteiligten Menschen zusammen und gemeinsam arbeiten, dann kann eine jede bestehende Organisation zu einer Gemeinschaft werden, in der jeder in Selbstverantwortlichkeit (s)eine Führungsrolle/Funktion übernimmt und zum Wohle Aller ausführt.

Dabei stelle ich mir als Zukunft auch eine Menschheit vor, in der alle Menschen sich gegenseitig als gleichwertig anerkennen und wertschätzen.

15.04.2013 / Anstrengung, Luxus und das Gemeinwohl …

Auf dem Wandel-Weg zum Gemeinwohl gibt es manche Aussagen, die mich nachdenklich stimmen und bei mir Fragen auftauchen lassen.

[Wer sich „mehr anstrengt“, der soll auch „belohnt“ werden …]

  • Was bedeutet sich „mehr anstrengen“? Müssen Menschen, die leidenschaftlich das tun, was ihr Herz beflügelt, sich überhaupt anstrengen? Ist „Anstrengung“ nicht ein Zeichen, dass der Mensch gerade nicht das tut, was er am besten kann und, dass er vielleicht sich gerade am „falschen Ort“ befindet? Oder eher, dass der angestrengte Mensch sich von einer „unklare“ Absicht leiten lässt?
  • Wenn ich ein „Belohnungssystem“ in einer Gemeinwohl-Gesellschaft integriere, riskiere ich nicht etwa, dass Menschen sich gerade für diese Belohnung „mehr engagieren“? Und nicht weil es ihnen bewusst ist wer sie sind und was für die Gemeinschaft lebensnotwendig ist? Kann es dann noch so eine „Anstrengung“ als bewusstes „Engagement“ für das Gemeinsame bezeichnet werden? Ich bedenke beispielhaft  und zum Vergleich die Reinigungsaufgaben – die sicherlich nicht aus „Berufung“ erledigt würden, sondern weil es notwendig ist – als freiwilliger Zeit-Dienst an die Gemeinschaft, an das Gemeinwohl – wäre hier eine Belohnung notwendig (und gar förderlich), um die Menschen dazu zu bewegen diese Aufgaben zu erledigen? Oder den Dienst eines gewählten Gemeinschaftsrepräsentanten?
  • Ist es nicht zu erwarten, dass in einem sozialen System, das das Gemeinwohl als Schwerpunkt hat, jeder Mensch sich bewusst ist, dass er nur das verbrauchen soll, was er tatsächlich braucht und dass die „Belohnung“ für sein Tun implizit im „der Gemeinwohl-Gemeinschaft-Zugehörig-sein“ beinhaltet ist? Fördert eine äußere „Belohnung wirklich den inneren  spirituellen Wachstum des Menschen, das Bewusstwerden, das die Basis des Gemeinwohls bildet?
  • Besteht bei einer „Belohnung“ nicht die Gefahr, dass Menschen in „Klassen“ und „Kasten“ unterteilt werden – allein deswegen, weil eine „Belohnung“ genaue Kriterien braucht, die definieren „wer“ und „wann“ belohnt werden soll? Und würden nicht allein durch diese Kriterien die Menschen von einer „Belohnung“ automatisch ausgeschlossen, die einfach die Fähigkeiten und Gaben nicht besitzen, die notwendig wären, um nach den Regeln „belohnt“ zu werden? Die Menschen deren „Makel“ wäre, dass sie anders sind und somit anders können und empfinden?
  • Wer definiert letztendlich was für eine Anstrengung und wie viel Engagement zu einer „Belohnung“ berechtigen? Und wie soll diese Belohnung tatsächlich aussehen? Wie wird es sicher gestellt, dass die Mittel und Ressourcen, die als „Belohnung“ gewährt werden sollen, nicht irgendwo anderen Menschen fehlen werden oder einen ökologischen Ungleichgewicht auslösen?

oder [„Luxus soll nach wie vor möglich sein“]

  • Wie ist „Luxus“ definiert? Wie steht das im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit, spiritueller Weiterentwicklung und Gleichwertigkeit der Menschen und aller Lebewesen?
  • Wofür dient überhaupt „Luxus“ – für die Befriedigung welcher tatsächlichen Bedürfnisse?
  • Wie steht das „Luxus“-Konzept zu der Tatsache, dass auf unserem Planeten die Ressourcen in der Tat begrenzt sind? Ist es nicht so, dass wenn sich ein Mensch erlaubt viel mehr zu verbrauchen, als er tatsächlich braucht, dieser Mehrverbrauch sich irgendwo anders auf dem Planeten in einem Mangel an Ressourcen und Mittel wiederfindet? Mit welcher Berechtigung soll das möglich sein?
  • Würde ein Mensch, der sich freiwillig für eine nachhaltige, rücksichtsvolle und dem Gemeinwohl dienende Lebensweise entschieden hat, überhaupt noch an „Luxus“ im materiellen Sinne Interesse haben?

26.03.2013 / Wir alle sind vor allem Menschen …

Warum gibt es Bezeichnungen wie „Kunde“ und „Klient“? Und wenn sie als Rollen in der Marktwirtschaft entstanden sind, sind sie tatsächlich auch in unserem täglichen und persönlichen Sprachgebrauch notwendig? Können diese Bezeichnungen nicht nur dort bleiben, wo sie gebraucht werden? Was empfinden wir wirklich, wenn wir mit so viel Selbstverständlichkeit von „KundInen“ und „KlientInen“ reden und schreiben?

Warum nennen wir den Menschen, der unsere Fähigkeiten in Anspruch nimmt, nicht einfach Mensch ? Wie betrachten wir wirklich die Person, der wir unsere „Produkte“ und „Leistungen“ anbieten? Nehmen wir sie in der Tat und grundsätzlich immer als Mensch wahr? Oder ist es uns leichter mit dem abstrakten, aber „marktgerechten“ Gebilde des „Kunden“ zu interagieren? Und warum ist es leichter? Weil die einzige Dasein-Berechtigung eines „Kunden“ nur die ist, so viele „Produkte“ zu „kaufen“ wie nur möglich?

Welcher Art ist in der Tat die Beziehung, die zu dem Menschen entsteht, der unsere „Dienst-Leistung“ in Anspruch nimmt? Dem wir mit unseren „zertifizierten Fertigkeiten und Qualifikationen“ versprechen Etwas zu ermöglichen, ihm zu Etwas zu verhelfen, ihm einen Weg zu zeigen, den er alleine vielleicht nicht sehen oder begehen kann? Gehen wir mit diesem Menschen tatsächlich eine Verbindung ein? Oder schotten wir uns unbewusst von dem Menschsein ab, in dem wir uns gegenseitig „Klient“ und „Dienstleister“ nennen? Und warum tun wir das? Vielleicht weil wir mit einem Menschen unumgänglich eine persönliche Beziehung eingehen müssten, mit einem abstrakten „Klienten“ dagegen nicht … ? Vielleicht weil, würden wir uns gegenseitig stets als Menschen  wahrnehmen, uns dann sehr schwer fallen würde, uns gegenüber rücksichtslos zu sein …?

Und dann wundern wir uns, dass die Welt in der wir leben so ist, wie sie ist?

Wann trauen wir es uns wieder zu, uns alle gegenseitig und immer  einfach nur als Menschen zu begegnen? Wann wird uns endlich bewusst, dass die von uns gelebte Wirklichkeit von unseren Worten stets neu erschaffen werden kann … und wird?

10.03.2013 / Symptomen vs. Ursachen

Menschen streben unbewusst nach „Sicherheit“. Das hat, in meinem Empfinden, ihre Ursache in der Angst den äußeren Umständen und (wie sich in den letzten 5000 Jahren deutlich gezeigt hat) den anderen Menschen ausgeliefert zu sein. Ausgeliefert im Sinne einer „selbstverständlichen“ Unterdrückung und Ausbeutung der Schwächeren durch die Stärkeren, der „Verlierern“ durch die „Gewinner“.

Dieses Streben nach „Sicherheit“ wird vor allem auch von der panischen Furcht entfacht, in Zeiten der Not von den anderen Menschen im Stich und von der Gesellschaft „links liegen“ gelassen zu werden. Von einer Gesellschaft, in der das Lebewesen Mensch, die umgebende Natur und sogar das Leben selbst nur als „frei zur Verfügung stehenden Ressourcen“ angesehen werden.

Nun, die „Gesellschaft“, mit all ihren Regeln und Dogmen, wurde von Menschen erschaffen und besteht letztendlich nur aus Menschen – aus Menschen, die sich vor sich selbst fürchten – Menschen so wie ich es auch bin. Wir, die Menschen, haben uns Regel für die Funktionsweise unseres Tauschmittlers Geld erstellt und wir alle befolgen sie. Die Regel des Geldsystems unterstützen nur das, was wir die ganze Zeit unbewusst anstreben: das einzelne Individuum in einen Zustand der „Sicherheit“ zu bringen; in einem Zustand in dem das Individuum „unabhängig“ von den anderen, ihm umgebenden Individuen ist und in dem das Individuum „Macht“ zur Selbstbestimmung  (wieder) erlangt.

Es gibt Konzepte für die „Verbesserung“ des Geldsystems, die das Streben nach Reichtum im Sinne vom Horten des Tauschmittlers Geld unterbinden und dafür sorgen sollen, dass das Geld stets in ausreichender Menge der Gesellschaft zur Verfügung steht. Das „verbesserte“ Geldsystem soll „alternativ“ und „regional“ eingesetzt werden und dadurch den (lokalen) Konsum anregen und die Ankurbelung der (unmittelbar regionalen) Wirtschaft erreichen. Ein gewünschter Hauptnebeneffekt ist unter anderen, dass eine Region, in der ein alternatives Geldsystem eingeführt ist, „autonomer“ wird, so sich als „unabhängiger“ von dem Rest der Welt betrachten kann und so unempfindlicher gegenüber Wirtschaftskrisen wird – so die Theorie. Und was ist mit den Nebeneffekten?

Mit anderen Worten, wir spüren das Symptom – wir haben Angst, dass „andere“ uns „das Böse“ wollen – und errichten zur Vermeidung einen hohen Zaun um „unseren“ Hof herum. Dabei vergessen wir, dass unser Hof sich auf einem winzigen, begrenzten Planeten befindet und dass, in diesem Zusammenhang, das „Unabhängig-sein“ nur eine, für alle Lebewesen auf diesem Planeten, sehr gefährliche Illusion darstellt.

Die Ursache dafür, warum die Menschen mit allen Mitteln nach „Unabhängigkeit“ streben, lassen wir dabei, finde ich, vollständig außer Acht. Die Ursache für das Streben nach „Sicherheit“ ist, nach meiner persönlichen Ansicht, dass wir Menschen, uns einfach gegenseitig nicht Vertrauen und, dass wir Menschen, uns nicht gemeinsam  als eine Einheit sehen, wie eine Menschheit auf einem winzigen Planeten in einem unendlichen Universum. Stattdessen betrachten wir uns, als ob wir nur vereinzelte Individuen sein würden, die sich gegeneinander und gegen die Natur in einem unaufhörlichen Kampf ums Überleben befinden müssen.

Nach meinem Empfinden wäre es sinnvoll, wenn wir alle uns darauf besinnen würden, dass wir nur alle gemeinsam  ein schönes und sicheres Leben genießen können und, dass das nur dann möglich sein wird, wenn wir Menschen anfangen uns wieder gegenseitig zu vertrauen.

Statt dessen beobachte ich, dass wir – unbewusst, wie ich es empfinde – sogar im „guten Streben nach einem Wandel unserer Gesellschaft“, noch mehr Trennung zwischen uns errichten wollen: Dörfer, Regionen, Staaten, sogar Kontinente sollen, „autonom“ und „unabhängig“ werden oder bleiben, sich abschotten und absichern, um so dem „Untergang“, der „natürlich“ nur von den „anderen“ provoziert wird, sich entziehen zu können.

Nicht mal unser winziger Planet ist „unabhängig“ und „autonom“ in unserem Sonnensystem, im Universum – und der ist so viel größer als wir, einzelne Individuen, und als wir, die Menschheit.

John Donne schrieb vor fast vier hundert Jahren: „Niemand ist eine Insel“ – Ich erlaube mir hier diese Aussage zu ergänzen: Auch wenn jeder von uns sprichwörtlich eine Insel wäre, dann würden wir uns trotzdem alle gemeinsam im Meer des Lebens befinden und durch dessen Wellen unzertrennlich verbunden sein …

03.03.2013 / Fehler oder Absicht?

Zu behaupten, dass das aktuelle Geldsystem einen „Fehler“ hat und „nur“ deswegen alles so schief läuft, ist es meiner Empfindung nach gleich der Behauptung, dass der erste Mensch, der Geld mit Zinsen verliehen und so seinen Einkommen gesichert hat, der Mensch der sich an der Not anderen Menschen erfreut und es für richtig erachtet hat andere Menschen und so „das Geld“ für sich arbeiten zu lassen, dass dieser Mensch sich der Tragweite seines Handelns nicht wirklich bewusst war.

Das mag vielleicht für diesen ersten Menschen stimmen. Stimmt das aber auch für alle anderen, die nach ihm bis zum heutigen Tage genau dasselbe und noch viel schlimmer betreiben? Sind auch die Menschen, die heute  tagtäglich alles dafür tun um sich auf Kosten anderen und der Umwelt bis ins Bodenlose zu bereichern und damit stets dafür sorgen, dass dieser „Ur-Fehler“ Bestand hat, sind sie der Tragweite des eigenen  Handelns auch völlig unbewusst? Oder tun sie es mit klarer Absicht, um genau das zu erreichen, wozu das aktuelle Geldsystem offensichtlich ausgerichtet ist?

Ich sehe das so: Das Geldsystem hat keinen „Knick“ und keinen „Fehler“ – es wurde vom Anfang an so konzipiert und funktioniert der Ur-Absicht entsprechend perfekt. Die Absicht war und ist immer noch: der Stärkere „gewinnt“ und „überlebt“. Es ist logisch, dieser Absicht entsprechend, Reichtum mit jedem Mittel anzuhäufen und sich so zu „behaupten“, denn Reichtum sorgt für „Sicherheit“ und „Macht“ und somit für das „Überleben“ – was auch immer in dieser Hinsicht darunter verstanden wird.

Meiner Empfindung nach nützt es nicht an das aktuelle Geldsystem „rumzudoktern“ und zu versuchen den „Fehler“ zu beseitigen, solange wir es nicht mal angefangen haben, uns mit der dahinter stehenden Absicht zu befassen. Unsere Gedanken und zwar die, die uns nicht mal bewusst sind, erschaffen unsere Wirklichkeit. Wir sind es, die darauf bestehen und dafür peinlich sorgen, dass unsere Welt so ist wie sie ist.

Wir können es jedoch auch anders – das bedeutet allerdings ein neues Denken, ein Denken in dem wir uns gemeinsam (statt jeder für sich) das Überleben sichern – unser und des Lebens auf diesem Planeten. Erst dann werden wir im Stande sein, das Geldsystem so zu gestalten, dass es uns eine Hilfe dabei ist und nicht mehr ein Hindernis.

20.02.2013 / Gewissheit

Das, was im Allgemeinen als „Gläubig sein“ bezeichnet und gelebt wird, fühlt sich für mich ungefähr so an: Ich lebe in Deutschland und ich möchte so gerne mir selbst in meinem Herzen begegnen. Dafür, weil es jemand, der behauptet zu wissen wie ich mir begegnen kann, mir es gesagt hat, „glaube“ ich daran, dass wenn ich von Deutschland nach Australien zu Fuß gehe, also wenn ich diese sehr lange und beschwerliche Reise unternehme und sie auch überstehe, dann habe ich eine gute Chance mir dort zu begegnen.

So mache ich mich auf den langen Weg und, da ich es nur daran „glaube“, dass es möglich wäre mir zu begegnen, lebe ich dabei stets mit der Angst, dass auch wenn ich dort, in Australien, ankommen werde, ich mich trotzdem womöglich auf eine Haaresbreite „verpassen“ könnte …

Ich persönlich  glaube es nicht, dass es so was wie das Ganze und Unendliche  gibt, wovon ich auch ein integraler Anteil bin – ich weiß, dass es so IST. Auch wenn ich nicht „verstehe“ was, wie und warum – ich weiß es, weil ich es stets in meinem Herzen „hören“ und es mit meinem ganzen Wesen wahrnehmen kann. Dafür brauche ich keinen Namen, keine Mantras, keine Rituale, keinen speziell dafür eingerichteten Raum – es ist für mich sehr einfach: es ist mir heilig in mir und um mich herum  und dadurch jederzeit und überall

11.02.2013 / Alleinstellungsmerkmal

Ich frage mich wovon unser Leben als Menschen am meisten geprägt ist? Was uns auf lokaler wie auf globaler Ebene so wichtig ist, dass es unser tägliches Verhalten bis hin zu den intimsten Details beeinflusst? Sind eher die Qualitäten die uns allen eigen sind, Fähigkeiten die wir alle haben? Oder vielleicht ist es eher das, was uns von einander unterscheidet, das uns einzigartig und unvergleichbar macht? Ist es uns wichtig der/die zu sein, die wir in unserem Inneren spüren, dass wir es bereits sind ? Oder ist es uns wichtiger zu dem zu werden, was die „Außenwelt“ von uns fordert? Nach welchen Maßstäben werden unsere angeborenen Gaben, Qualitäten und Fähigkeiten wahrgenommen und bemessen und welche Rolle spielen sie für unsere Entwicklung im Leben?

Es scheint mir so zu sein, dass wir Menschen pflegen in einer Welt der Kontradiktionen zu leben: auf der einer Seite behaupten wir das Leben zu achten und bemühen uns, dass jedes geborene Kind überlebt; auf der anderen Seite pflegen und hegen ein Erziehungssystem, das dem Kind beibringt, dass es alleine, so wie es geboren wurde, eigentlich nicht viel Wert ist. Wir trichtern dann dem Kind ein, dass das, was er bereits IST, nicht wirklich genügt um zu überleben. Wir bringen dem Kind bei, dass das Leben ein gefährlicher Wettkampf ist, bei dem nur „die Besten“ gewinnen können und, dass „einer der Besten“ zu sein, die Meisterschaft über ein Regelwerk bedeutet, das vorschreibt, dass jeder Mensch auf sich „allein gestellt“ ist. Wir zeigen dem Kind in aller Frühe einen trostlosen Pfad, der sich in einer von Angst und Unsicherheit geplagten Umgebung von einer „Prüfung der Regeln“ zur nächsten „Prüfung der Regeln“ schlängelt und mit Titeln, Diplomen und Zertifikate bepflastert ist – und wir nennen diesen  Weg „im Leben etwas aus sich machen“.

Dabei sieht es meist so aus, dass der junge Mensch, der vor uns voller Neugierde steht, uns nicht wirklich interessiert. Wir nehmen ihn nicht wirklich so wahr, wie er ist, sondern nur so, wie es uns „das Regelwerk“, dem wir alle uns unbewusst verpflichtet haben, vorgibt. Wir wollen es gar nicht wahr haben, dass das Kind vor uns bereits vollständig ist und, dass es ein neues, noch unerkanntes Potential mit sich bringt, das nur darauf wartet sich selbst zu entfalten und uns allen etwas neues und unbekanntes zu verschenken. Wir wollen nicht mehr wissen „wer“ der neue Mensch IST – wir wollen ihn nur nach dem Muster formen,  nach dem wir selbst in unserer Kindheit auch geformt wurden. Denn das meinen wir zu „kennen“ und, von dem was wir zu „kennen“ meinen, haben wir weniger Angst, dass es „besser“ als wir werden könnte und uns dann so „unseren Platz“ streitig machen würde. Denn auch wir haben es sehr früh gelernt, dass wir auf uns „allein gestellt“ sind, dass wir uns gegen alle anderen „behaupten müssen“, dass wir es nur dann „gut“ haben, wenn wir „die Besten sind“ und dass es allein „das Regelwerk“ bestimmt was „der Beste zu sein“ bedeutet …

Ich habe das Gefühl, dass wir in einer Welt leben, in der wir für das, was „wir aus uns gemacht haben“, so gut wie nur möglich werben müssen. Und wir zwingen uns das zu tun, weil wir uns davon abhängig gemacht haben, dass nur wenn viele andere Menschen „unsere Leistung“ kaufen, nur dann wir mit unserem „Lebensunterhalt“ belohnt werden. Eine Welt in der wir stets die „Gewinner“ eines Spiels um unser Leben sein müssen, wenn wir nicht als „Verlierer“ um unser Leben bangen wollen.

Unser Leben wird, heute wie vor Tausenden vor Jahren, von einem Regelwerk gelenkt, das unsere Lebensberechtigung als bewusste Wesen grundsätzlich in Frage stellt – denn in einem Spiel „jeder gegen jeden“ gewinnt am Ende keiner. Anscheinend haben wir uns entschieden unser Geburtsrecht selbst  zu verspielen – denn laut unser „Regelwerk für Menschen“ dürfen wir nicht einfach leben, sondern wir bestehen darauf, dass  wir es, trotz angeblicher Zivilisation, uns dieses Recht erst „verdienen“ müssen. Das hat uns die Natur so nicht vorgelebt. Das haben wir uns in der Tat alleine zu verdanken.

Ich frage mich jedoch: Muss das heute  wirklich noch so sein?

05.02.2013 / Verantwortung …?

Ich nehme wahr, dass Menschen die es erkannt haben, dass sie nur ihre eigene Wahrheit verkünden können, keinen Wert darauf legen, dass andere Menschen ihnen folgen.

Und doch passiert es trotzdem, weil es so viele sind, die es immer noch vorziehen sich lieber im Schatten eines Anderen zu verstecken, als selbstverantwortlich im Lichte des eigenen Herzens gerade zu stehen.

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